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Lingners Testament

Aus dem Originaltestament - hier die für die Gastronomie relevanten Teile:

„Der Stadt Dresden zum Besten der Bevölkerung und Umgegend meine Besitzung

[...] mit allen Gegenständen, die niet- und nagelfest sind, allen Pflanzen und Tieren, mit dem Mobiliar des Pavillons, dem Gobelin im Klavierzimmer, den grossen [sic!] Büsten unter folgenden Bedingungen:

a) Der Park ist der gesamten Bevölkerung zugänglich zu machen;

b) in dem Hauptgebäude evtl. auch in dem Nebengebäude ist thunlichst ein Restaurant oder Cafe mit billigen Preisen einzurichten. Die Preise dürfen nicht wesentlich höher sein als beispielsweise im Lickeschen Bad, im Waldschlösschen, kurz wie in grossen Massen-Restaurants bezw. Cafes. Ich wünsche kein Etablissement nur für reiche Leute erstehen zu sehen.

Der Sinn dieser Bedingung ist: ich will, dass die gesamte Bevölkerung in die Lage gebracht wird, mit einer Ausgabe von 20-30 Pf. [1] die Schönheiten dieser herrlichen in Europa einzigartigen Lage zu geniessen. Ich würde wünschen, dass sich ein intelligenter Leiter finde (wie z.B. mein genialer Freund Kammsetzer), der diese Stätte zu einer allgemeinen Freudenstätte organisiert: Anlegeplatz für Dampfschiffe, Kahnpartien, massenhaft Gondeln und Kähne aller Arten, an der Elbe lauschige Plätzchen (es ist Platz für 20-30 Parteien auf den Obst-Terrassen). Ausnutzung für Hunderte von Personen der entzückenden Elb-Terrasse, evtl. sogar auch der Wiesen an der Elbe. Ein intelligenter Wirt könnte hier viele Tausende von Menschen an Sonn- und Feiertagen glücklich machen, [...]

[Archiv des Deutschen Hygiene-Museums. Karl August Lingners Testament. (Abschrift). K826]

[1] Um dieser Verfügung gerecht zu werden, bieten wir ein wechselndes alkohoholfreies Getränk an, welches € 0,75 kostet. Dieser Preis entspricht genau den geforderten 25 Pf. aus dem Jahre 1916.